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Verlag oder Selfpublishing?

Lesend

Die Qual der Wahl für viele (angehende) Autoren

Wenn Du ein Buch über Dein Expertenthema schreibst, kommt früher oder später die Frage auf, ob Du bei einem Verlag veröffentlichen möchtest oder für Dich den Weg des Selfpublishing wählst. Viele meiner Kunden thematisieren diese Frage auch mit mir, sodass ich hier ein paar Hinweise dazu geben möchte, die Dich bei dieser Entscheidung unterstützen können:

Die Frage ist also: Verlag oder Selfpublishing?

Die Antwort lautet wie bei den Juristen: Es kommt darauf an.😉
Beide Wege haben Vor- und Nachteile.

Im Überblick geht es vor allem um diese Punkte:

  • Wie wichtig ist Dir das Renommée eines Verlages?
  • Hast Du schon Kontakte in die Verlagsbranche, die Dir den Zugang eventuell erleichtern?
  • Wer übernimmt die Kosten für die Buchproduktion und das Buchmarketing?
  • Wie groß ist Dein Wunsch nach Selbstbestimmung und Entscheidungsfreiheit?
  • Wie schnell möchtest Du mit Deinem Buch auf dem Markt sein?
  • Wie viel möchtest Du mit Deinem Buch verdienen?
Zierde Buch

Auf diese einzelnen Fragestellungen gehe ich nun etwas intensiver ein.

Wie wichtig ist Dir das Renommée eines Verlages?

Das Image von Verlagen ist im deutschsprachigen Raum immer noch sehr gut. Veröffentlichst Du in einem Verlag, so belegst Du damit, dass Fachleute aus der Buchbranche den Inhalt Deines Buches als so relevant erachten, dass sie Dich als Autor unter Vertrag nehmen und sogar mit den Kosten für die Buchproduktion in Vorleistung treten (dazu später noch mehr).

So macht es natürlich Eindruck bei Deiner Leserschaft und Deinen (potenziellen) Kunden, wenn der Name eines (am besten noch recht bekannten) Verlages Dein Buchcover ziert.

Ist Dir dieser Aspekt enorm wichtig, dann liegt die Entscheidung auf der Hand, und Du solltest Dich auf Verlagssuche begeben.

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Hast Du schon Kontakte in die Verlagsbranche, die Dir den Zugang eventuell erleichtern?

Bist Du in der glücklichen Lage, bereits über persönliche Kontakte zu einem Verlag zu verfügen, dann gestaltet sich Deine Ausgangssituation vielleicht etwas leichter als für andere angehende Autorinnen ohne Vitamin B. Bedenken musst Du aber natürlich trotzdem, dass Deine Buchidee in das Programm des Verlags passen muss, in dem Dein Kontakt beschäftigt ist. Idealerweise handelt es sich bei Deinem Kontakt auch um die zuständige Lektorin, denn nur sie sind an der Entscheidung für die Zusammenarbeit mit neuen Autoren beteiligt.

Wenn diese Voraussetzung gegeben ist, dann solltest Du auf jeden Fall einmal Kontakt aufnehmen und die Chancen für Dein Buchmanuskript abklopfen. Bereite Dich in diesem Fall schon einmal darauf vor, dass Du bei Interesse ein Exposé samt Leseprobe einreichen können solltest.

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Wer übernimmt die Kosten für die Buchproduktion und das Buchmarketing?

Ein für viele angehende Autoren maßgeblicher Aspekt bei der Entscheidung für den Veröffentlichungsweg über einen Verlag ist die Kostenfrage. Nimmt Dich ein seriöser (!) Verlag unter Vertrag, dann finanziert er auch die Buchproduktion und einen Teil des Buchmarketings. Der Verlag signalisiert damit, dass er an den Erfolg des Buches glaubt. Er geht davon aus, dass mindestens die Kosten durch den Verkauf wieder hereingeholt werden und dass er idealerweise selbst ein gutes Geschäft macht.

Das bedeutet konkret, dass er in Vorleistung tritt und die Kosten für das Lektorat, das Korrektorat, das Buchcover, den Buchsatz und den Druck übernimmt und Dich bei bestimmten Aktivitäten des Buchmarketings unterstützt.

Beachte bitte:

Wenn ein Verlag auf Dich zukommt und Dir einen Autorenvertrag anbietet, der diese Bestandteile nicht beinhaltet, dann solltest Du wachsam sein. Mittlerweile haben sich viele sogenannte Druckkostenzuschussverlage etabliert. Sie machen ihr Geschäft mit den Autoren, nicht mit Deinem Buch und gehen nicht in Vorleistung. Das sind in der Regel keine seriösen Verlage.

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Wie groß ist Dein Wunsch nach Selbstbestimmung und Entscheidungsfreiheit?

Nun kennst Du schon einige Vorteile des Veröffentlichens über einen Verlag. Womit musst Du aber ebenfalls rechnen, wenn Dich ein Verlag unter Vertrag nehmen möchte?

Zum einen trittst Du unter Umständen Rechte an Deinem Buch ab. Natürlich nicht das Urheberrecht, denn das bleibt Dir als Autor lebenslang und 70 Jahre darüber hinaus erhalten. Es geht vielmehr um die Nutzungsrechte für den Inhalt Deines Buches. Das kann insofern kritisch für Dich sein, wenn Du die Inhalte Deines Buches auch für andere, eigene Formate verwenden möchtest. Beispiel könnte hier ein Onlinekurs sein. Wenn das für Dich zutrifft, musst Du Deinen Autorenvertrag vor der Unterschrift genau auf diesen Punkt hin prüfen und gegebenenfalls in Verhandlungen mit Deinem Ansprechpartner beim Verlag treten.

Zum anderen ist es so, dass der Verlag bei Entscheidungen zur Titelfindung und zum Coverdesign federführend ist. Meist hast Du als Autor auch ein Mitspracherecht in Bezug auf diese Themen, und professionelle Verlage gestalten die Zusammenarbeit mit Autoren auf Augenhöhe.

Nichtsdestotrotz hat der Verlag relevante Erfahrungswerte. Die Experten dort wissen, welche Cover und welche Titel sich gut verkaufen. Daher wirst Du Dich in einem gewissen Maß auch anpassen müssen.

Mein Tipp:

Nimm nur Kontakt auf zu Verlagen, deren bereits veröffentlichte Bücher Dir selbst gut gefallen. Die Art der Cover und Titel sollten Dir auch für Dein Buch zusagen. Andernfalls ist Unzufriedenheit vorprogrammiert.

Beim Selfpublishing bist Du in all diesen Entscheidungen vollkommen selbstbestimmt. Wobei es natürlich eine Einschränkung gibt: In Bezug auf die Gestaltung solltest Du Dich auch an dem orientieren, was Dir die Experten, die Dich unterstützen, raten. Sie kennen sich meist sehr gut am Buchmarkt aus und können aus Erfahrung oft besser einschätzen, was bei Lesern gut ankommt und was nicht.

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Wie schnell möchtest Du mit Deinem Buch auf dem Markt sein?

Von der ersten Kontaktaufnahme bis zum Erscheinungstermin Deines Buches können in der Zusammenarbeit mit einem Verlag schon einmal ein bis zwei Jahre vergehen. Wie Du sicher weißt, arbeiten viele Verlage mit Programmen, die im Frühjahr und Herbst eines jeden Jahres erscheinen. Verschiebt sich der Abgabetermin für Dein Manuskript oder ergibt sich aus anderen Gründen eine Verzögerung, wird Dein Buch erst im darauffolgenden Halbjahr veröffentlicht. Vielleicht ist Deine erste Euphorie über Dein vollendetes Manuskript dann schon verpufft oder es dauert Dir einfach zu lang, bis Dein Buchinhalt zum Einsatz kommt.

Diese Zeitleiste hast Du beim Selfpublishing selbst in der Hand. Natürlich bist Du auch auf eine gute Buchprojektplanung angewiesen, damit die Dienstleister Deines Vertrauens zum von Dir gewünschten Zeitraum freie Kapazitäten haben. Wenn Du hier allerdings früh genug Kontakt aufnimmst (bei Lektoren gern auch mal sechs bis zwölf Monate im Voraus), dann liegt es hauptsächlich an Deiner eigenen Bearbeitungsgeschwindigkeit, wie schnell Dein Buch das Licht der Welt erblicken kann.

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Wie viel möchtest Du mit Deinem Buch verdienen?

Vielleicht denkst Du bei dieser Frage: Natürlich so viel wie möglich. Aber das trifft nicht auf jeden Autor zu. Manche sind sich bereits darüber bewusst, dass das Buch nicht eklatant zu ihrem Umsatz beitragen wird. Vielmehr soll das Buch in diesen Fällen ein schlagkräftiges Instrument zur Kundengewinnung sein, sodass der eigentliche Mehrwert darin besteht, Deinen Bekanntheitsgrad zu erhöhen und Deinen Expertenstatus zu untermauern.

Tatsächlich gibt es aber auch bei der Frage nach Honoraren und Tantiemen für Autoren je nach Veröffentlichungsweg große Unterschiede.

Während für ein Sachbuch von Verlagen zwischen 7 und 12 Prozent des Nettoverkaufserlöses als Autorenhonorar gezahlt wird, können die Tantiemen bei einem E-Book, wenn Du es über Amazon herausgibst, zwischen 35 und 70 Prozent des Nettoverkaufspreises liegen. Bei Taschenbüchern ist die Berechnung etwas komplizierter, und es werden zusätzlich selbstverständlich die Druckkosten abgezogen.

Andere Selfpublishing-Plattformen haben jeweils eigene Konditionen. Hier ist es sehr wichtig, sich vorher ausführlich zu informieren, um den Distributor Deiner Wahl festzulegen.

Beispielhaft seien hier BoD, tredition, bookmundo, novaMD, mymorawa und epubli genannt.

Außerdem gibt es noch andere Wege, den Buchvertrieb zu organisieren. Diese erläutere ich sicherlich in einem anderen Artikel zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal ausführlicher.

Fazit:

Der Verlag ist nicht unbedingt der lukrativste Weg, um an Deinem Buch auch etwas Geld zu verdienen.

Wie Du jedoch an diesem Artikel siehst, sind die Verdienstmöglichkeiten nur ein Kriterium, um zu entscheiden, über welchen Weg Du Dein Buch veröffentlichen möchtest.

Überlege Dir einfach gut, welche Kriterien Dir am wichtigsten sind, damit Dein Buch das gewünschte Ziel erreicht.

Zierde Buch

Wenn Du tiefer in die Thematik einsteigen und Dich mit mir darüber austauschen möchtest, dann schreibe mir eine E-Mail. Mein Angebot beinhaltet auch eine Beratung zu diesen Fragen.

Du bist interessiert, von einer erfahrenen Selfpublisherin mehr Informationen darüber zu bekommen, warum für sie der Weg über Amazon der richtige ist? Dann wirf einen Blick in das Interview, das ich mit Britta Manthée geführt habe.

Du fragst Dich, wie ein Buchlektorat ablaufen kann, wenn Du Dich für das Selfpublishing entscheidest? Dann interessiert Dich vielleicht dieser Artikel, in dem ich genau diesen Prozess beschreibe: Wie ein Buchlektorat für Dich als Selfpublisher ablaufen kann

Du hast Dich bereits für das Selfpublishing entschieden und suchst eine Lektorin für Dein Buchmanuskript? Dann nimm ebenfalls gern Kontakt mit mir auf: mail@isabelle-romann.de

Meine Leidenschaft ist es, Dir als Autor Sicherheit zu geben und Dich zu ermutigen, Deine Geschichten, Deine Erfahrung und Dein Wissen in einem eigenen Buch in die Welt zu bringen und damit andere zu inspirieren. Mir ist wichtig, dass Du am Ende einer oft langen Schreibreise stolz darauf sein kannst, Dein Buch in den Händen zu halten.

Isabelle Romann

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